Journal-Methoden im Überblick

Es gibt nicht die eine richtige Art zu journalen. Es gibt nur die, die zu dir passt. Und das darf sich ändern, je nachdem, was in deinem Leben gerade los ist.

Hier findest du sieben Methoden, die du ausprobieren kannst. Nimm, was dich anspricht, und lass weg, was sich nach Pflicht anfühlt.

Bullet Journal

Ein System zum Planen und Festhalten mit kurzen Stichpunkten statt langen Texten. Ein Punkt steht für eine Aufgabe, ein Kreis für einen Termin, ein Strich für eine Notiz. Dazu kommen Monatsübersichten und Listen.

Passt zu dir, wenn du Ordnung in deinen Alltag bringen willst und gern Listen machst.

Zeitaufwand: 5 bis 10 Minuten am Tag

Morgenseiten

Gleich nach dem Aufstehen schreibst du drei Seiten von Hand, ohne nachzudenken, ohne Pause, ohne zu korrigieren. Alles, was im Kopf ist, kommt aufs Papier. Die Idee stammt von der Autorin Julia Cameron.

Passt zu dir, wenn dein Kopf schon morgens voll ist und du mit klarem Kopf in den Tag willst.

Zeitaufwand: 20 bis 30 Minuten

Dankbarkeitsjournal

Du notierst jeden Tag drei Dinge, für die du dankbar bist. Gross oder klein: der erste Kaffee, ein nettes Wort, ein ruhiger Abend.

Passt zu dir, wenn du deinen Blick wieder mehr auf das Gute lenken möchtest.

Zeitaufwand: 2 bis 5 Minuten

Journaling mit Schreibimpulsen

Ein Schreibimpuls ist ein Satz, der dich berührt. Manchmal tröstet er, manchmal reibt er, manchmal trifft er genau den Punkt, den du schon lange umgehst. Du liest ihn und schaust, was er in dir auslöst: Zustimmung, Widerstand, eine Erinnerung, ein Gefühl, das du nicht erwartet hast.

Und genau das schreibst du auf. Es gibt keine richtige Antwort, weil es keine Frage gibt, die du korrekt beantworten musst. Es gibt nur das, was in dir in Bewegung kommt.

So lernst du dich Seite für Seite besser kennen: woran du hängst, wo deine Grenzen liegen, was dir guttut und was nicht. Oft schreibst du am Ende über etwas ganz anderes als gedacht, und genau dort wird es spannend.

Mit diesem Gedanken habe ich meine Journal-Sets gestaltet: Jede Seite hat einen Satz als Impuls, dazu ein paar Anregungen, falls du einen Einstieg brauchst.

Passt zu dir, wenn du dich selbst besser kennenlernen willst und offen bist für das, was beim Schreiben auftaucht.

Zeitaufwand: so lange, wie der Impuls dich trägt

Junk Journal

Ein Journal aus Papierresten, Fundstücken und Erinnerungen: Tickets, Teebeutelhüllen, alte Buchseiten, Briefumschläge. Du klebst, sammelst und gestaltest Collagen.

Passt zu dir, wenn du gern mit Papier arbeitest und Erinnerungen sammelst.

Zeitaufwand: so lange du Lust hast

Ein-Satz-Journal

Jeden Tag genau ein Satz. Nicht mehr. Nach einem Jahr hast du trotzdem 365 Momente festgehalten.

Passt zu dir, wenn du wenig Zeit hast, aber trotzdem dranbleiben willst.

Zeitaufwand: 1 Minute

Art Journal

Hier stehen Farben und Formen im Mittelpunkt, nicht Worte. Du malst, kleckst, klebst und gestaltest und schreibst höchstens ein paar Worte dazu.

Passt zu dir, wenn du Gefühle lieber zeigst als beschreibst.

Zeitaufwand: 15 Minuten bis open end

Welche Methode passt zu dir?

Wenig Zeit? Ein-Satz-Journal oder Dankbarkeitsjournal

Voller Kopf? Morgenseiten

Chaos im Alltag? Bullet Journal

Du willst dich besser kennenlernen? Journaling mit Schreibimpulsen

Lust auf Gestalten? Junk Journal oder Art Journal

Du musst dich nicht entscheiden

Die meisten Journals sind eine bunte Mischung, meines auch. Ein Bullet-Journal-Monatsplan, daneben eine Dankbarkeitsliste, auf der nächsten Seite eine Collage und dazwischen ein Impuls, der mich gerade beschäftigt.

Nimm dir aus jeder Methode, was dir guttut. Dein Journal muss keiner Regel folgen, nur dir.

Und jetzt?

Du weisst, welche Methode dich anspricht? Dann hol dir als Nächstes Ideen, damit dir nie der Stoff ausgeht.

Oder starte direkt mit einem Schreibimpuls, mit meiner Journal-Seite zum Ausdrucken.